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Schicht 04 von 07 · Modelle

Daten

Fachbegriff: Data, Trainingsdaten und Unternehmensdaten · Stand: 25.10.2026

Jedes Modell besteht aus Daten: aus dem, was es im Training gelesen hat, was Menschen ihm danach beigebracht haben, und aus dem, was es nachschlägt, wenn es dir antwortet. Diese Seite erklärt, wie aus Text Trainingsdaten werden, wie aus einem Web-Crawl ein Trainingsdatensatz entsteht, warum gefilterte Daten große Rohdaten schlagen, wer die Daten beschriftet und zu welchem Lohn und welche Regeln in welcher Region gelten. Mit globalen Zahlen, Quellen und den Perspektiven führender Fachleute.

Worum es geht

Ein Sprachmodell lernt, indem es billionenfach das nächste Textstück vorhersagt. Die Beispiele, aus denen es lernt, sind seine Trainingsdaten: Webseiten, Bücher, Code, Fachartikel und zunehmend Texte, die andere Modelle geschrieben haben. Vor dem Training wird all das in Tokens zerlegt, kleine Textstücke, die das Modell als Zahlen verarbeitet.

Daten prägen ein Modell in drei Phasen. Im Vortraining nimmt es Sprache und Wissen aus einer gefilterten Kopie des Webs auf. Im Nachtraining zeigen ihm Menschen und andere Modelle, welche Antworten hilfreich sind. Wenn du es nutzt, können deine eigenen Dokumente über RAG dazukommen, das Modell selbst bleibt dabei unverändert. Jede Phase wirft eigene Fragen zu Qualität, Kosten, Zustimmung und Recht auf, und Gerichte auf mehreren Kontinenten beantworten sie gerade.

Tokens: wie aus Text Lernstoff für ein Modell wird

Ein Modell sieht nie Buchstaben oder Wörter. Es sieht Tokens: häufige Textstücke, jedes einer Zahl zugeordnet. Die übliche Methode, Byte-Pair-Encoding, stammt aus der Datenkompression. Sie beginnt mit einzelnen Zeichen und verschmilzt immer wieder die häufigsten Paare, bis ein festes Vokabular aus Wortteilen erreicht ist. Sennrich, Haddow und Birch führten diese Wortteile 2015 für maschinelle Übersetzung ein, damit sich seltene und unbekannte Wörter aus bekannten Stücken zusammensetzen lassen.

OpenAIs Faustregel für Englisch: Ein Token sind etwa vier Zeichen oder drei Viertel eines Wortes, 100 Tokens also rund 75 Wörter (Anbieterangabe). Trainingsdaten werden genauso gezählt. DeepMinds Modell Chinchilla lernte 2022 aus 1,4 Bio. Tokens, Metas Llama 3 aus rund 15 Bio.

Die Tokenisierung wird einmal vor dem Training festgelegt, und sie behandelt Sprachen ungleich. Petrov, La Malfa, Torr und Bibi zeigten auf der NeurIPS 2023, dass derselbe Text in verschiedenen Sprachen bis zu 15-mal so viele Tokens brauchen kann. Anbieter rechnen pro Token ab, und das Kontextfenster eines Modells wird in Tokens gemessen. Dieselbe Aufgabe kostet darum in vielen Sprachen außer Englisch mehr, dauert länger und passt weniger gut in eine Anfrage.

Probier es aus: Gib denselben Absatz auf Englisch und in deiner Sprache in den Token-Zähler eines Anbieters ein. Die Differenz ist dein Sprachaufschlag. Auch OpenAIs Hilfeseite weist darauf hin, dass das Verhältnis von der Sprache abhängt.

Vom Web-Crawl zum Trainingsdatensatz

Ein Trainingsdatensatz ist das Ergebnis vieler bewusster Löschungen, der Großteil des gesammelten Textes fliegt raus. Die zwei am besten dokumentierten Abläufe stammen von Meta (Llama 3) und Hugging Face (FineWeb, rund 15 Bio. Tokens aus 96 Momentaufnahmen des offenen Archivs Common Crawl). OpenAI, Anthropic und Google legen ihre Filter weit weniger genau offen.

Viele Filter sind Ermessensfragen. FineWeb verzichtete bewusst auf eine gängige Regel, die Zeilen ohne Schlusspunkt löscht, weil sie allein rund 30 % aller Tokens entfernt hätte. Die Qualitätsprüfer sind oft frühere Modelle: Die Klassifikatoren von Llama 3 lernten aus Bewertungen von Llama 2. Maschinelles Urteil bestimmt also schon mit, welchen menschlichen Text ein neues Modell zu sehen bekommt.

  1. 01Sammeln. Ein Web-Crawler lädt öffentliche Seiten herunter. Das Oktober-Archiv 2026 von Common Crawl umfasst 2,16 Mrd. Seiten und 371 TiB unkomprimierte Daten, darunter 830 Mio. bisher nie besuchte Adressen. Die Daten von Llama 3 reichen bis Ende 2023, das ist sein Wissensstichtag.
  2. 02Text herauslösen. Software löst lesbaren Text aus dem HTML und entfernt Menüs und Textbausteine. FineWeb extrahierte den Text neu aus den Rohdateien des Archivs, weil die fertigen Textdateien zu viel Menütext enthielten; die sauberere Fassung trainierte ein besseres Modell.
  3. 03Sprache erkennen. Ein kleiner Klassifikator (fastText) ordnet jede Seite einer Sprache zu. FineWeb behält Seiten mit einem Englisch-Wert von mindestens 0,65; Llama 3 erkennt 176 Sprachen und filtert jede für sich.
  4. 04Regelfilter. Regeln entfernen Spam, Fehlerprotokolle, Platzhaltertext und Seiten voller wiederholter Phrasen. Drei eigene Regeln von FineWeb entfernten rund 22 % der Tokens und verbesserten die Benchmark-Ergebnisse um etwa 1 %.
  5. 05Deduplizierung. Die Deduplizierung entfernt Kopien. Llama 3 arbeitet auf drei Ebenen: Adressen, ganze Dokumente (mit MinHash, einem schnellen Verfahren für Beinahe-Duplikate) und einzelne Zeilen, die sich mehr als sechsmal pro 30 Mio. Dokumente wiederholen. Im älteren Datensatz C4 stand ein Satz mit 61 Wörtern über 60.000-mal.
  6. 06Qualität bewerten. Ein Klassifikator bewertet jede Seite. Für FineWeb-Edu benotete Llama 3 70B 460.000 Seiten auf einer Skala von 0 bis 5 nach Bildungswert, ein kleines Modell lernte daraus und bewertete den Rest. Wer nur Seiten ab Note 3 behielt, schrumpfte 15 Bio. Tokens auf 1,3 Bio., für 6.000 Rechenstunden auf H100-GPUs, und der kleinere Satz schnitt bei Wissenstests deutlich besser ab.
  7. 07Sicherheit und persönliche Daten. Llama 3 entfernt Domains mit vielen personenbezogenen Daten (PII) und Inhalten für Erwachsene. FineWeb nutzt eine Sperrliste für Erwachsenenseiten und ersetzte in der veröffentlichten Fassung E-Mail- und IP-Adressen.
  8. 08Mischen. Das Mischungsrezept bestimmt, worin das Modell gut wird. Llama 3 nutzte rund 50 % Allgemeinwissen, 25 % Mathematik und logisches Denken, 17 % Code und 8 % andere Sprachen, ausgewählt mit kleinen Testmodellen und Skalierungsgesetzen. Eine Schlussphase mit kleinen, hochwertigen Code- und Mathe-Sätzen hob das Ergebnis eines 8B-Modells in einem Schulmathe-Test um 24 %, beim 405B-Modell war der Effekt vernachlässigbar.

Eine Überraschung aus FineWeb: Duplikate über alle 96 Momentaufnahmen auf einmal zu entfernen ließ 4 Bio. Tokens übrig und trainierte ein deutlich schlechteres Modell als die Bereinigung innerhalb jeder Momentaufnahme, die 20 Bio. übrig ließ. Auch das Aufräumen hat ein Optimum.

Wie viel Daten es braucht und was Qualität bringt

2022 machte DeepMinds Chinchilla-Studie Daten zu einer Achse der Skalierung. Bei festem Rechenbudget sollen Modellgröße und Zahl der Trainings-Tokens gemeinsam wachsen; ihre Tabelle ergibt etwa 20 Tokens pro Parameter, etwa 1,5 Bio. Tokens für ein Modell mit 67 Mrd. Parametern. Die Autor:innen fügten hinzu, dass größere Datensätze nur bei hochwertigen Daten helfen.

Heutige offene Modelle trainieren weit über dieses Verhältnis hinaus, weil ein kleines Modell, das mehr Daten gesehen hat, im Betrieb günstiger ist. Nach unserer Rechnung sah das 8B-Modell von Llama 3 rund 1.900 Tokens pro Parameter. Gute Daten zu wiederholen funktioniert ebenfalls: Muennighoff und Kolleg:innen fanden, dass bis zu vier Durchläufe (Epochen) fast so gut sind wie frische Daten. Danach bringt zusätzliche Rechenleistung immer weniger, wie es Skalierungsgesetze erwarten lassen.

Auswahl schlägt oft Masse. Microsofts phi-1 mit 1,3 Mrd. Parametern lernte aus nur rund 7 Mrd. Tokens Webtext in Lehrbuchqualität und synthetischen Lehrbüchern und löste 50,6 % des Programmier-Benchmarks HumanEval (Forschung des Anbieters). Das Projekt DCLM trainierte ein 7B-Modell mit einem gefilterten Satz von 2,6 Bio. Tokens; über 53 Aufgaben erreichte es Llama 3 8B mit 6,6-mal weniger Rechenaufwand.

Gehen die Daten aus? Epoch AI schätzte 2024 den Bestand an nutzbarem öffentlichem Menschentext auf rund 300 Bio. Tokens. Die zugehörige Studie nennt einen Median von 320 Bio. mit einer breiten Spanne von 65 bis 1.700 Bio. und rundet an anderer Stelle auf etwa 400 Bio., weil die Zahlen leicht unterschiedliche Dinge messen. Datensätze wachsen um etwa das 2,4-Fache pro Jahr und würden den Bestand demnach zwischen 2026 und 2032 erreichen (Prognose). Der größte offengelegte offene Datensatz, die 36 Bio. Tokens von Qwen3, entspricht etwa 11 % des Medians. Hochwertiger Text wird zum Engpass.

  • Llama 2 (Meta, 2023): 2 Bio. Tokens laut Bericht zu Llama 2, der Bericht zu Llama 3 nennt 1,8 Bio.
  • DeepSeek-V3 (2024): 14,8 Bio. Tokens.
  • Llama 3 (Meta, 2024): rund 15 Bio. Tokens; der Bericht nennt für das 405B-Modell auch 15,6 Bio. und gleicht die beiden Zahlen nicht ab.
  • Qwen3 (Alibaba, 2025): 36 Bio. Tokens in 119 Sprachen und Dialekten.
  • OpenAI, Anthropic, Google: keine Angaben. Pressezahlen zu GPT, Claude oder Gemini sind unbestätigt.

Alle Datensatzgrößen sind Eigenangaben der Entwickler aus ihren technischen Berichten.

Nachtraining: Daten, die Verhalten formen

Das Vortraining liefert ein Modell, das jeden Text fortsetzen kann. Ein Gespür dafür, wie eine hilfreiche Antwort aussieht, hat es noch nicht. Das Nachtraining bringt ihm dieses Gespür bei, mit weit kleineren, sorgfältig erstellten Datensätzen. OpenAIs InstructGPT-Studie von 2022 zeigte den Effekt: Menschen zogen die Antworten eines so trainierten Modells mit 1,3 Mrd. Parametern denen von GPT-3 mit 175 Mrd. Parametern vor (Forschung des Anbieters).

Seit 2022 verschiebt sich das Trainingssignal von menschlichen Bewertungen zu Signalen, die KI oder Regeln erzeugen. Menschliche Arbeit wandert zum Formulieren von Grundsätzen, zum Entwerfen prüfbarer Aufgaben und zum Bewerten von Expertenantworten. Wie groß ihre Präferenzdatensätze sind, behalten die führenden Labore für sich.

  1. 01Überwachtes Feintuning (SFT). Menschen schreiben Beispielantworten auf Anfragen, und das Modell wird per Fine-Tuning darauf trainiert. So lernt es Form und Ton.
  2. 02Präferenzdaten und RLHF. Menschen vergleichen zwei oder mehr Antworten und wählen die bessere. Ein Belohnungsmodell lernt diese Vorlieben, und das eigentliche Modell wird per bestärkendem Lernen darauf trainiert, gut abzuschneiden. Das ist RLHF, bestärkendes Lernen aus menschlichem Feedback.
  3. 03DPO. Direct Preference Optimization (Stanford, 2023) lernt aus denselben Antwortpaaren mit einem einfachen Klassifikationsschritt und spart sich das separate Belohnungsmodell und die Schleife des bestärkenden Lernens.
  4. 04KI-Feedback (RLAIF). Bei Anthropics Constitutional AI (2022) liefern Menschen nur eine Liste von Grundsätzen. Das Modell kritisiert und überarbeitet seine eigenen Antworten, und eine KI beurteilt Antwortpaare, aus denen das Belohnungsmodell lernt.
  5. 05Prüfbare Belohnungen (RLVR). Das Modell wird nur belohnt, wenn sich seine Antwort automatisch prüfen lässt, etwa ein Rechenergebnis, das stimmt, oder Code, der seine Tests besteht. Das Allen Institute for AI benannte die Methode in seinem offenen Rezept Tulu 3 (2024). DeepSeek-R1 (Nature, 2025) berichtet, dass sich logisches Denken allein durch bestärkendes Lernen erlernen lässt, ohne von Menschen geschriebene Lösungswege, eine Grundlage heutiger Reasoning-Modelle.

Aulorys Lesart der Quellen: Hier sind deine eigenen Daten am meisten wert. Ein paar Tausend saubere, fachspezifische Beispiele oder Testfälle bewirken beim Fine-Tuning und Testen weit mehr, als sie im Vortraining je könnten.

Synthetische Daten, Modellkollaps und verunreinigte Tests

Synthetische Daten sind Texte, die Modelle fürs Training erzeugen. Sie sind heute Standard: Qwen3 wurde im Vortraining zum Teil mit Lehrbüchern, Fragen und Antworten, Anweisungen und Code trainiert, die frühere Qwen-Modelle geschrieben hatten, und phi-1 nutzte eine Milliarde Tokens synthetischer Lehrbücher. Auch gewöhnliche Webdaten sind längst gemischt: Forschende fanden schon 2021 maschinell erzeugten und maschinell übersetzten Text im Datensatz C4.

Das Risiko hat einen Namen: Modellkollaps. Ilia Shumailov und Kolleg:innen zeigten 2024 in Nature, dass Modelle, die über Generationen mit ihren eigenen Ausgaben trainiert werden, zuerst die seltenen Fälle der Originaldaten verlieren, und der Schaden bleibt. Eine Folgestudie von Gerstgrasser, Schaeffer, Koyejo und anderen führte den Kollaps darauf zurück, dass echte Daten durch synthetische ersetzt wurden; kamen synthetische Daten zu den echten hinzu, blieb der Fehler begrenzt.

Wie viel synthetischer Text steckt in heutigen Spitzenmodellen? Keine belastbare Quelle nennt einen Anteil, und wir veröffentlichen keinen. Eine kontrollierte Studie von Forschenden mit Meta-Bezug (2025) fand, dass eine Mischung aus etwa einem Drittel umformuliertem synthetischem Text und zwei Dritteln Webtext dieselbe Qualität 5- bis 10-mal schneller erreichte, getestet an Modellen bis 3 Mrd. Parameter.

Daten entscheiden auch darüber, ob Testergebnisse etwas bedeuten. Ein Benchmark misst Können nur, wenn seine Fragen nicht im Training vorkamen, und Kontamination ist belegt. Über 4 % der Validierungssätze gängiger Datensätze überschneiden sich mit Trainingsdaten (Lee und Kolleg:innen). Bei GSM1k, einem neuen Satz Schulmathe-Aufgaben nach dem Vorbild des beliebten GSM8k, verloren führende Modelle bis zu 8 % Genauigkeit (NeurIPS 2024); viele Spitzenmodelle zeigten nur geringe Überanpassung.

Praktische Folge: Bau dir aus echten Fällen einen eigenen, zurückgehaltenen Testsatz, oft Golden Set genannt, und halte ihn aus allen Daten heraus, die du zum Training weitergibst. Nutze ihn für Evals, bevor du ein Modell auswählst.

Wessen Sprache, wessen Welt: Bias und Abdeckung

Bias entsteht an drei Stellen: bei dem, was gesammelt wird, bei dem, was Filter löschen, und bei der Zerlegung in Tokens. Schon das rohe Web ist schief. Im Oktober-Archiv 2026 von Common Crawl sind 42,6 % der Seiten vorwiegend englisch, danach folgen Russisch (6,3 %), Deutsch (5,8 %), Japanisch (4,9 %), Französisch (4,8 %), Spanisch (4,7 %) und Chinesisch (4,4 %). Hindi kommt auf 0,21 %, Swahili auf 0,01 %.

Trainingsdatensätze können noch schiefer sein. Meta gab an, dass die Vortrainingsdaten von Llama 2 zu 89,7 % englisch waren, und warnte, das Modell funktioniere auf Englisch am besten. Llama 3 nutzte 8 % mehrsprachige Tokens; Qwen3 deckt 119 Sprachen und Dialekte ab. Eine Prüfung von fast 4.000 öffentlichen Datensätzen durch die Data Provenance Initiative ergab, dass sich ihre geografische und sprachliche Vielfalt seit 2013 kaum verbessert hat.

Filter bringen eigene Verzerrungen mit. Sperrlisten für anstößige Wörter entfernten in C4 Texte über Angehörige von Minderheiten überdurchschnittlich oft (Dodge und Kolleg:innen, 2021). Das Team von Abeba Birhane fand, dass hasserfüllte Inhalte um fast 12 % zunahmen, als ein Bild-Text-Datensatz von 400 Mio. auf 2 Mrd. Paare wuchs. Die Tokenisierung erhebt dann noch einen Aufschlag, mit bis zu 15-mal so vielen Tokens für denselben Text in manchen Sprachen.

Andere schließen Lücken. Im Projekt Aya von Cohere schrieben Muttersprachler:innen aus 119 Ländern Anweisungsdaten in 65 Sprachen. FineWeb2 von Hugging Face wendet einen anpassbaren Reinigungsablauf auf über 1.000 Sprachen an. Für Hochrisiko-KI verlangt der EU AI Act, dass Trainings-, Validierungs- und Testdaten relevant und hinreichend repräsentativ sind, auch für die betroffenen Gruppen (Artikel 10, kürzlich geändert; prüf den aktuellen Wortlaut).

Was Modelle behalten und wie sich Daten vergiften lassen

Modelle speichern Muster und manchmal ganze Passagen. Das nennt man Memorisierung. Carlini und Kolleg:innen zogen 2020 Hunderte wortgleiche Textstellen aus GPT-2, darunter Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Code, manche davon standen nur in einem einzigen Trainingsdokument. 2023 extrahierte ein Team mit Forschenden von Google DeepMind Gigabytes an Trainingsdaten aus offenen und geschlossenen Modellen; ein Angriff brachte ChatGPT dazu, etwa 150-mal häufiger Trainingsdaten auszugeben. Das Alignment-Training beseitigte die Memorisierung nicht.

Duplikate erhöhen das Risiko: Deduplizierung senkte wortgleich wiedergegebene Textstellen in einer Studie etwa um das Zehnfache. Für den Datenschutz ist das unmittelbar wichtig. Der Europäische Datenschutzausschuss (Stellungnahme 28/2024) sagt, ob ein Modell als anonym gilt, sei im Einzelfall zu prüfen, und unrechtmäßig verarbeitete Trainingsdaten können die spätere Nutzung nach der DSGVO belasten. Die französische Aufsicht CNIL (Februar 2025) ergänzt, dass Menschen informiert werden müssen, wenn ihre Daten memorisiert sein könnten, und fordert Datenschutz von Anfang an, weil sich Rechte wie Löschung an einem trainierten Modell kaum durchsetzen lassen.

Datenvergiftung ist das gezielte Einschleusen manipulierter Daten. In einer Studie von Anthropic, dem britischen AI Security Institute und dem Alan Turing Institute (2025) reichten 250 manipulierte Dokumente, etwa 0,00016 % der Trainings-Tokens, um Modellen von 600 Mio. bis 13 Mrd. Parametern eine Hintertür einzubauen. Die Hintertür ließ das Modell nach einem Auslösewort nur Kauderwelsch ausgeben, und ob das Ergebnis für größere Modelle oder schädlicheres Verhalten gilt, ist offen. OWASP führt Vergiftung im Vortraining, beim Fine-Tuning und bei Embeddings auf und empfiehlt, die Herkunft von Daten nachzuverfolgen, Datenlieferanten zu prüfen und Datensätze zu versionieren.

Halte Geheimnisse, Passwörter und unnötige personenbezogene Daten aus allem heraus, was fürs Training genutzt werden könnte. Einmal eintrainiert, lassen sie sich praktisch nicht mehr entfernen, ein Datenleck ohne Rückgängig-Knopf. Anthropics eigene Bedingungen halten fest, dass bereits fürs Training genutzte Daten in diesen Modellen bleiben.

Rechte, Zustimmung und Dokumentation

Wer womit trainieren darf, entscheidet jede Region selbst (siehe Tabelle unten). In den USA wägen Gerichte Fair Use, eine flexible Ausnahme im Urheberrecht, im Einzelfall ab. Im Juni 2025 entschied ein Richter in Bartz gegen Anthropic, dass Training mit rechtmäßig gekauften Büchern Fair Use war, eine dauerhafte Bibliothek aus Raubkopien dagegen nicht; der Fall endete mit einem Vergleich über 1,5 Mrd. $, etwa 3.000 $ pro Buch. Am 29.09.2026 urteilte mit dem Third Circuit erstmals ein Berufungsgericht: Im Fall Thomson Reuters gegen Ross lehnte es Fair Use für ein nicht generatives Rechtsrecherche-Werkzeug ab, das auf 2.243 Leitsätzen beruhte, und sah einen Schaden für einen entstehenden Markt, Leitsätze als KI-Trainingsdaten zu lizenzieren. Generative KI ließ es ausdrücklich offen. Mehr unter Urheberrecht und KI.

Die EU erlaubt Text- und Data-Mining, solange Rechteinhaber:innen sich ihre Rechte nicht maschinenlesbar vorbehalten. Seit August 2025 müssen Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck außerdem eine Zusammenfassung ihrer Trainingsinhalte nach einer Vorlage der Kommission veröffentlichen. Im November 2025 urteilte das Landgericht München, dass im Modell gespeicherte Liedtexte eine Vervielfältigung sind (GEMA gegen OpenAI, nicht rechtskräftig). Parallel bilden sich Preise: Reddits Verträge mit Google und OpenAI sollen bei etwa 60 Mio. und 70 Mio. $ pro Jahr liegen (Presseangaben, von den Firmen unbestätigt).

Zustimmung im Web läuft vor allem über robots.txt, eine freiwillige Datei, die einem Crawler sagt, was er auslassen soll. Wie viele Seiten KI-Crawler sperren, hängt von der Stichprobe ab: 5,7 bis 5,9 % von rund 140 Mio. Websites (Ahrefs, ein SEO-Anbieter), 12,7 % von 11.100 Top-Landingpages mit namentlicher Sperre und 39,9 %, wenn Pauschalsperren für alle Bots mitzählen (Zyte, eine Scraping-Firma), und über 28 % der am aktivsten gepflegten Quellen hinter dem Datensatz C4 (Longpre und Kolleg:innen, 2024). Seit Juli 2025 sperrt Cloudflare KI-Crawler für neue Kund:innen standardmäßig. Ein feineres Vokabular entsteht bei der IETF: Entwurf 08 vom September 2026 unterscheidet KI-Training, Nutzung als Eingabe für ein Modell und Suche. Er ist noch ein Entwurf und vermerkt selbst, dass er keinen Konsens der Arbeitsgruppe wiedergibt.

Dokumentation macht Daten überprüfbar. Timnit Gebru und Mitautor:innen schlugen 2018 vor, jedem Datensatz ein Datenblatt beizulegen; Googles Data Cards (2022) sind eine strukturierte Fassung im Praxiseinsatz, und Modelle bekommen Model Cards. Die EU-Zusammenfassung der Trainingsinhalte mit ihrer Vorlage vom 24.07.2025 ist die erste gesetzlich vorgeschriebene Form.

Diese Übersicht ist eine allgemeine Information. Gesetze und Verfahren ändern sich schnell, prüf den aktuellen Stand mit einer Anwältin oder einem Anwalt, bevor du dich darauf stützt.

Die Menschen hinter den Daten

Hinter jedem Assistenten steckt menschliche Arbeit: Menschen schreiben Beispielantworten, bewerten Ausgaben, beschriften Bilder und sichten verstörende Inhalte. Das ist Datenbeschriftung, und sie speist RLHF und jede andere Methode des Nachtrainings. Das Marktforschungsunternehmen Grand View Research bezifferte den Markt 2024 auf 3,8 Mrd. $ und erwartet binnen fünf Jahren über 17 Mrd. $ (Schätzung, berichtet von AFP).

Niemand zählt diese Arbeitskräfte genau. Die Weltbank schätzte 2023 weltweit 154 bis 435 Mio. Menschen in Online-Plattformarbeit, über alle Arten von Aufgaben; die hohe Zahl ist umstritten. Informelle Regierungsschätzungen zählen über 2 Mio. Menschen auf den Philippinen in Online-Crowdwork, und Indiens IT-Branchenverband NASSCOM sieht ein mögliches Potenzial von bis zu 1 Mio. Arbeitskräften für Annotation. In Kenia hat die Data Labelers Association rund 800 Mitglieder.

Die Arbeitenden beschreiben Unsicherheit. Im März 2024 schloss Remotasks, eine Tochter von Scale AI, die Konten kenianischer Arbeitskräfte, nachdem deren Auszahlungen seit Dezember eingefroren waren, berichtet der Organisator Mophat Okinyi. Die Washington Post befragte 2023 auf den Philippinen 36 Arbeitende; alle bis auf zwei berichteten von verspätetem, gekürztem oder gestrichenem Lohn. Scale sagt, seine Sätze erreichten oder überträfen die örtlichen Mindestlöhne. Im Juli 2026 arbeitete Kenias IKT-Ministerium an Regeln zu Mindestlohn und psychologischer Betreuung für Annotator:innen und Moderator:innen.

  • Kenia (2023): 1,32 bis 2 $ pro Stunde netto für Arbeitskräfte, die über Sama für OpenAI beschrifteten; Sama nannte 1,46 bis 3,74 $ nach Steuern, OpenAI zahlte Sama 12,50 $ pro Stunde (TIME).
  • Philippinen (2023): Mindestlohn von 6 bis 10 $ pro Tag; bei manchen Remotasks-Projekten fiel der Lohn pro Aufgabe von 10 $ auf unter einen Cent (Washington Post).
  • Venezuela und Kolumbien: im Schnitt etwas über 90 Cent pro Stunde bei Remotasks, nach Angabe von Scale (2022); 5 bis 25 US-Cent pro Aufgabe für einen venezolanischen Arbeiter in Kolumbien (AFP, 2025).
  • Indien (2026): 10.000 bis 15.000 Rupien pro Monat bei Annotationsfirmen in Noida, 17.000 Rupien nach vier Jahren (ThePrint).
  • Fachkräfte als Bewerter:innen: 30 bis 50 $ pro Stunde für Spezialist:innen bei Outlier, einer Plattform von Scale; Anthropic sagt, seine Subunternehmer müssten mindestens 16 $ pro Stunde zahlen (Firmenangabe, über AFP).
  • Ein Gegenmodell: Karya in Indien garantiert mindestens 5 $ pro Stunde und gibt alle Erlöse aus dem Weiterverkauf der Daten an die Arbeitenden zurück (Firmenangaben, berichtet von TIME).

Alle Lohnangaben stammen von Arbeitenden, Firmen oder Reporter:innen und sind ungeprüft. Sie reichen über etwa den Faktor 100, von Cents pro Aufgabe bis 50 $ pro Stunde.

Deine Daten: RAG, Fine-Tuning und was Anbieter behalten

Für Firmenwissen ist der übliche Weg RAG, Retrieval-Augmented Generation. Das System durchsucht zuerst deine Dokumente und gibt dem Modell die passenden Stellen zusammen mit der Frage. Die Suche läuft über Embeddings, Zahlenlisten, die Bedeutung abbilden, gespeichert in einer Vektordatenbank, damit sich Stellen finden lassen, die der Frage inhaltlich nahe sind. Die Idee geht auf eine Studie von Facebook AI Research, UCL und NYU aus dem Jahr 2020 zurück.

Fine-Tuning verändert das Modell selbst. In einem Vergleich von 2023 schlug die Suche das Fine-Tuning beim Ergänzen von Wissen, für bereits gesehene wie für neue Fakten; Modelle taten sich schwer, neue Fakten per Fine-Tuning zu lernen. Bei RAG reisen deine Dokumente trotzdem mit jeder Frage zum Anbieter, darum gelten dessen Datenbedingungen.

Diese Bedingungen unterscheiden sich je nach Tarif. Die folgenden Punkte sind Selbstauskünfte der Anbieter und können sich ändern. OpenAI sagt, es nutze Geschäfts- und API-Daten standardmäßig nicht fürs Training, speichere API-Daten bis zu 30 Tage zur Missbrauchskontrolle und biete für geeignete Dienste auf Anfrage null Speicherung an. Anthropic lässt Nutzende von Free, Pro und Max wählen, ob ihre Chats Modelle trainieren, mit fünf Jahren Speicherung bei Zustimmung und 30 Tagen bei Ablehnung; Geschäftstarife und die API sind ausgenommen. Google nutzt Inhalte aus dem kostenlosen Gemini-API-Tarif zur Produktverbesserung, auch mit menschlichen Prüfer:innen, und sagt, es nutze Anfragen aus bezahlten Diensten dafür nicht. Gerichte können Löschung aushebeln: Im Fall NYT gegen OpenAI ordnete ein Richter die Herausgabe von 20 Mio. anonymisierten ChatGPT-Protokollen an.

  • RAG: Fakten, die sich ändern, Antworten mit Quellen, Zugriffsrechte pro Person. Die Daten bleiben außerhalb des Modells und lassen sich aktualisieren oder löschen.
  • Fine-Tuning: einheitlicher Ton oder einheitliches Format, Klassifikation, eine eng umrissene, oft wiederholte Aufgabe, häufig mit einem kleinen Sprachmodell.
  • Nur Embeddings: Suche nach Bedeutung, Gruppieren oder Entdoppeln deiner eigenen Dokumente, ganz ohne textgenerierendes Modell.
  • Beides zusammen: ein feinabgestimmtes Modell, das aus abgerufenen Dokumenten antwortet.
  1. 01Tarif wählen. Nutze für Firmendaten Geschäfts- oder API-Tarife und halte sie aus kostenlosen Privatkonten heraus.
  2. 02Einstellungen prüfen. Schau bei jedem Werkzeug nach Trainingseinstellung und Speicherdauer und halte beides schriftlich fest.
  3. 03Vertraglich festhalten. Frag nach null Speicherung oder einer festen Datenregion, wo verfügbar, und halte es in einem Auftragsverarbeitungsvertrag fest. Wo Daten liegen und welches Recht gilt, ist der Kern von Datensouveränität.
  4. 04Das Nötigste schicken. Entferne personenbezogene Daten und Geheimnisse, bevor sie in einen Prompt gehen.
  5. 05Daten als Wert behandeln. Bewahre deine besten Daten als RAG-Quellen, Fine-Tuning-Beispiele und privaten Testsatz auf, über die du selbst bestimmst.
  6. 06Herkunft dokumentieren. Halte für alle Daten, mit denen du trainierst, Quelle und Rechte in einem kurzen Datenblatt fest. Das bereitet dich auf Pflichten aus dem EU AI Act vor, falls du KI in Hochrisikobereichen einsetzt oder selbst Modelle anbietest.

Die Entscheidungsregel und die sechs Schritte sind Aulorys Zusammenfassung der Quellen auf dieser Seite.

Woraus die Schicht besteht

Vortraining

  • Web-Crawl
  • Bücher
  • Code
  • Fachtexte
  • Lizenzierte Inhalte
  • Synthetische Texte

Nachtraining

  • Beispiele von Menschen
  • Bewertungen
  • Präferenzdaten

Deine Daten

  • Dokumente
  • Wissensdatenbank
  • CRM
  • Per RAG oder Fine-Tuning

Infrastruktur

  • Datenpipelines
  • Vektordatenbanken
  • Testdaten

Rechte

  • Urheberrecht
  • Lizenzen
  • Nutzungsvorbehalt (Opt-out)
  • DSGVO

Kennzahlen, mit Quelle und Datum

  • 36 Bio. Tokensnutzte Qwen3 im Vortraining, in 119 Sprachen, der größte offengelegte offene Datensatz. OpenAI, Anthropic und Google nennen keine Zahlen.Alibaba, Qwen3 Technical Report · 14.05.2025 · Anbieter
  • 2,16 Mrd. Seitenumfasst das Oktober-Archiv 2026 von Common Crawl, 371 TiB unkomprimiert. Auf diesem offenen Webarchiv bauen die meisten Trainingsdatensätze auf.Common Crawl · 21.10.2026 · neutral
  • 42,6 %der Seiten im neuesten Common Crawl sind vorwiegend englisch. Hindi kommt auf 0,21 %, Swahili auf 0,01 %.Common Crawl statistics · Oktober 2026 · neutral
  • 6,6-malweniger Rechenaufwand: Ein 7B-Modell, trainiert mit dem gefilterten DCLM-Satz von 2,6 Bio. Tokens, erreichte Llama 3 8B über 53 Aufgaben.DataComp-LM (Li et al.) · 17.06.2024 · Wissenschaft, Preprint
  • 2026 bis 2032erreichen Trainingsdatensätze laut Prognose den Bestand an öffentlichem Menschentext, im Median rund 320 Bio. Tokens.Epoch AI · 04.06.2024 · neutral, Prognose
  • über 80 %des Quellmaterials in verbreiteten Text-, Sprach- und Videodatensätzen unterliegt Beschränkungen auf nicht kommerzielle Nutzung. Weniger als ein Drittel der Datensätze selbst trägt eine einschränkende Lizenz.Longpre et al., Data Provenance Initiative · 19.12.2024 · Wissenschaft, Preprint
  • 250manipulierte Dokumente, etwa 0,00016 % der Trainings-Tokens, bauten Modellen bis 13 Mrd. Parameter eine Hintertür ein.Anthropic, UK AISI, Alan Turing Institute · 09.10.2025 · Anbieter mit Behörde
  • 3,8 Mrd. $betrug der Markt für Datenbeschriftung 2024, binnen fünf Jahren sollen es über 17 Mrd. $ sein. Die Löhne reichen von Cents pro Aufgabe bis 50 $ pro Stunde.Grand View Research via AFP · 16.10.2025 · Marktforschung, Zweitquelle
  • 1,5 Mrd. $beträgt der Vergleich zwischen Anthropic und Buchautor:innen, etwa 3.000 $ pro Buch, das bisher größte Preisschild für Trainingsdaten.Jurist · Juli 2026 · Zweitquelle

Regionen im Vergleich

Die Regeln für Trainingsdaten folgen unterschiedlichen Logiken. Die USA überlassen sie Gerichten im Einzelfall. Die EU, Japan und Singapur haben gesetzliche Ausnahmen mit Bedingungen oder Widerspruchsrecht. Indien und Brasilien diskutieren Lizenz- und Vergütungsmodelle, Großbritannien hat die Frage offengelassen. China beaufsichtigt Trainingsdaten über staatliche Regeln. Vieles davon ist Entwurf oder in Berufung, und vergleichbare Zahlen zu Datenarbeit und Sprachen gibt es nur für manche Regionen.

Regel fürs Training mit WerkenStand (Oktober 2026)Datenschutz, Datenarbeit, Sprache
USAFair Use, von Gerichten im Einzelfall abgewogenErstes Berufungsurteil: Thomson Reuters gegen Ross (29.09.2026) lehnte Fair Use für ein nicht generatives Werkzeug ab; NYT gegen OpenAI offen; Bartz-Vergleich 1,5 Mrd. $Fachkräfte verdienen bei Outlier 30 bis 50 $ pro Stunde (AFP)
Europäische UnionText- und Data-Mining erlaubt, solange kein maschinenlesbarer Vorbehalt besteht; AI Act: Zusammenfassung der Trainingsinhalte für Allzweckmodelle seit 02.08.2025Durchsetzung durch die Kommission ab 02.08.2026; LG München: memorisierte Liedtexte sind eine Vervielfältigung (GEMA gegen OpenAI, nicht rechtskräftig)EDSA-Stellungnahme 28/2024; Italiens 15-Mio.-€-Bußgeld gegen OpenAI von einem Gericht in Rom aufgehoben (18.03.2026); irische DPC ließ Meta ab 27.05.2025 mit Auflagen auf öffentlichen Posts trainieren
GroßbritannienKeine eigene Ausnahme fürs KI-TrainingRegierungsbericht (18.03.2026) gab die frühere Präferenz für eine Opt-out-Ausnahme auf und legte sich auf keine Option festKeine Pflicht zur Offenlegung von Trainingsdaten; Getty gegen Stability im November 2025 weitgehend verloren, Berufung zugelassen
ChinaTrainingsdaten müssen aus rechtmäßigen Quellen stammen und dürfen keine Schutzrechte verletzen (Interim Measures, 2023)Nationaler Sicherheitsstandard für generative KI seit 01.11.2025 in Kraft, mit Maßnahmen zum UrheberrechtEinwilligung oder andere Rechtsgrundlage für personenbezogene Daten; Beschriftung braucht klare Regeln, Stichproben und geschulte Kräfte; Chinesisch macht 4,4 % von Common Crawl aus
JapanWeite Ausnahme für Datenanalyse (Art. 30-4), solange sie Rechteinhaber:innen nicht unangemessen schadetLeitlinie 2024: Ausnahme entfällt, wenn Fine-Tuning oder RAG darauf zielen, den Ausdruck eines Werks wiederzugeben; rechtlich nicht bindendJapanisch macht 4,9 % von Common Crawl aus
SingapurAusnahme für computergestützte Datenanalyse (s. 244) bei rechtmäßigem Zugang; Verträge können sie nicht aushebelnSeit 2021 in Kraft; Fair Use zusätzlich möglichKeine belastbare Zahl gefunden
IndienVorschlag: Pflicht-Pauschallizenz für rechtmäßig zugängliche Inhalte plus gesetzliche VergütungKonsultation am 07.01.2026 beendet; keine endgültige Entscheidung gefundenAnnotationslohn 10.000 bis 15.000 Rupien pro Monat in Noida; mögliches Potenzial bis 1 Mio. Arbeitskräfte (NASSCOM); Hindi 0,21 % von Common Crawl
Naher OstenIn unserer Recherche noch nicht erfasstKeine belastbare Zahl gefundenDatenarbeitende aus Syrien und dem Libanon berichten in der Data Workers' Inquiry
AfrikaSüdafrika: keine Ausnahme für Text- und Data-Mining oder KI-TrainingVerfassungsgericht (26.06.2026) bestätigte den Wechsel zu Fair Use im Urheberrechtsentwurf; KI nicht behandeltKenia: 1,32 bis 2 $ pro Stunde für Beschrifter:innen über Sama (2023); Regeln zu Mindestlohn und psychischer Gesundheit in Vorbereitung; Swahili 0,01 % von Common Crawl
LateinamerikaBrasiliens KI-Gesetzentwurf (PL 2338/2023): Recht, die Nutzung zu untersagen und bezahlt zu werdenIm Dezember 2024 vom Senat beschlossen; liegt noch im Ausschuss der Abgeordnetenkammer, nicht in KraftVenezuela: etwas über 90 Cent pro Stunde bei Remotasks (2022); 5 bis 25 US-Cent pro Aufgabe in Kolumbien (2025)

Quellen: LawNext (12.10.2026), Jurist (Juli 2026), AI Lawsuit Tracker, Europäische Kommission (April 2026), Bird & Bird, CMS, Cross-Border Data Forum (19.03.2026), irische DPC (21.05.2025), DLA Piper (19.03.2026), Burges Salmon (19.12.2025), China Law Translate, Digital Policy Alert, APAA (Oktober 2024), IPOS (2026), Takshashila (Dezember 2025), ThePrint (01.09.2026), GoLegal (21.07.2026), Business Daily Africa (24.07.2026), TIME (18.01.2023), casrai.org und CISAC zu Brasilien, MIT Technology Review (20.04.2022), AFP über Casilli (16.10.2025), Common-Crawl-Statistik. Viele Angaben beruhen auf Zusammenfassungen von Kanzleien oder Presse. Keine Rechtsberatung.

Beispiele

  • Common Crawl ist das frei zugängliche Webarchiv, auf dem die meisten Trainingsdatensätze aufbauen.
  • FineWeb von Hugging Face filtert daraus etwa 15 Billionen Tokens hochwertigen Text.
  • Alibaba trainiert Qwen mit Webtext, aus PDFs extrahiertem Text und synthetischen Texten früherer Modelle.
  • Scale AI und Surge AI vermitteln Menschen, die Daten beschriften und Antworten bewerten.

Warum es eine Rolle spielt

Daten bestimmen, was ein Modell weiß, welche Sprachen es gut bedient und wo es scheitert. Gefilterte Daten schlagen größere Rohdaten, und die Mischung aus Sprachen und Stimmen im Web zeigt sich in jeder Antwort. Während öffentlicher Menschentext knapp wird und sich mit maschinell geschriebenem Text füllt, gewinnen echte menschliche Daten an Wert, auch deine Kundengespräche und die Entscheidungen deiner Fachleute.

Daten bestimmen auch, was erlaubt ist und was es kostet. Gerichte auf mehreren Kontinenten geben Trainingsmaterial einen Preis, Aufsichtsbehörden fragen, wie personenbezogene Daten in Modelle gelangt sind, und die Menschen, die Daten beschriften, organisieren sich. Für dich folgen daraus zwei Fragen: Was passiert mit den Daten, die du einem Modell gibst, und welche deiner eigenen Daten lohnt es sich zu schützen und zu nutzen?

Häufige Irrtümer

  • Jede Eingabe trainiert das Modell.

    OpenAI und Anthropic nehmen Geschäftstarife und APIs standardmäßig vom Training aus, Google sagt das für bezahlte Gemini-Dienste; manche kostenlose und private Tarife trainieren mit Chats oder lassen dich wählen (Anbieterangaben).

  • Mit Fine-Tuning bringst du einem Modell dein Firmenwissen bei.

    In einem direkten Vergleich ergänzte die Suche (RAG) Wissen besser als Fine-Tuning (Ovadia und Kolleg:innen, 2023). Fine-Tuning formt Verhalten, Ton und Format.

  • Mehr Daten machen ein Modell immer besser.

    Schon die Chinchilla-Autor:innen schreiben, dass größere Datensätze nur mit hochwertigen Daten helfen; gefilterte Sätze wie FineWeb-Edu und DCLM schlagen größere Rohdaten.

  • Modelle behalten nur abstraktes Wissen.

    Sie können Trainingstext wortgleich wiedergeben, auch personenbezogene Daten (Carlini und Kolleg:innen, 2021; Nasr und Kolleg:innen, 2023).

  • Synthetische Daten ruinieren Modelle.

    Der Kollaps trat auf, wenn synthetische Daten echte ersetzten; zusätzlich zu echten Daten blieb der Fehler begrenzt, und kuratierte synthetische Lehrbücher halfen Microsofts phi-1 (Gerstgrasser und Kolleg:innen, 2024).

  • Benchmark-Ergebnisse sind objektiv.

    Testfragen gelangen in Trainingsdaten. Bei einem neuen Mathe-Satz verloren führende Modelle bis zu 8 % Genauigkeit (GSM1k, NeurIPS 2024).

  • Wer später widerspricht, holt seine Daten aus dem Modell.

    Anthropic hält fest, dass bereits genutzte Trainingsdaten in diesen Modellen bleiben, und die französische CNIL weist darauf hin, dass sich Löschung an einem trainierten Modell kaum durchsetzen lässt.

Perspektiven führender Fachleute

Zehn Perspektiven aus Forschung, Industrie, Datenarbeit und einer indigenen Gemeinschaftsorganisation. Jede Zusammenfassung gibt ein veröffentlichtes Werk sinngemäß wieder, verlinkt darunter. Anbieter sind als solche gekennzeichnet.

  • Shayne Longpre und Mitautoren

    Teamleiter der Data Provenance Initiative, eines ehrenamtlichen Kollektivs unabhängiger und akademischer Forschender, Nordamerika · Wissenschaft

    Eine Prüfung von fast 4.000 öffentlichen Datensätzen aus den Jahren 1990 bis 2024 ergab, dass weniger als ein Drittel eine einschränkende Lizenz trägt, über 80 % des zugrunde liegenden Quellmaterials aber nur nicht kommerziell genutzt werden darf. Das Lizenzetikett eines Datensatzes kann die echten Grenzen also unterschätzen. Trotz mehr Sprachen und Länder hat sich die geografische und sprachliche Vielfalt seit 2013 kaum verbessert, eine Schieflage, die die Autor:innen westlich zentriert nennen.

    Bridging the Data Provenance Gap Across Text, Speech and Video · Dezember 2024

  • Timnit Gebru und Mitautoren

    Gründerin und Direktorin des DAIR Institute, früher Co-Leiterin des Ethical-AI-Teams bei Google, USA · Wissenschaft

    Für Datensätze im maschinellen Lernen fehlt eine einheitliche Dokumentation, und wenn Datensatz und Einsatz nicht zusammenpassen, kann das schaden. Nach dem Vorbild der Elektronik schlagen die Autor:innen vor, jedem Datensatz ein Datenblatt beizulegen: zu Zweck, Zusammensetzung, Erhebung, Aufbereitung und Beschriftung, Nutzung, Weitergabe und Pflege. Es von Hand zu schreiben zwingt die Ersteller:innen zum Nachdenken und gibt Nutzenden, was sie für die Wahl der richtigen Daten brauchen.

    Datasheets for Datasets (Communications of the ACM) · Dezember 2021

  • Abeba Birhane und Mitautoren

    Leitet das AI Accountability Lab am Trinity College Dublin, Irland · kritische Forschung

    Beim Vergleich der Bild-Text-Datensätze LAION-400M und LAION-2B fand das Team, dass hasserfüllte Inhalte mit der Größe um fast 12 % zunahmen. Ein Filter, der nur auf NSFW-Werte der Bilder achtet, ließ hasserfüllte, gezielte und aggressive Alt-Texte stehen. Wer gesammelte Daten vergrößert, vergrößert auch ihre Probleme.

    Into the LAION's Den: Investigating Hate in Multimodal Datasets · November 2023

  • Andrew Ng

    KI-Forscher und Unternehmer, prominenter Fürsprecher datenzentrierter KI, USA · Anbieter

    Er beschreibt datenzentrierte KI als Disziplin, die Daten für ein KI-System systematisch zu gestalten. In Branchen ohne riesige Datensätze zählen saubere, gut gewählte Daten am meisten, und rund 50 sorgfältig erstellte Beispiele können reichen. Teams sollten widersprüchliche Beschriftungen finden und korrigieren und neue Daten nur dort sammeln, wo das Modell schwach ist.

    Andrew Ng: Unbiggen AI (IEEE Spectrum) · 09.02.2022

  • Sara Hooker und Mitautoren

    Bis September 2025 Leiterin von Cohere Labs, heute Mitgründerin des Start-ups Adaption Labs, Kanada und USA · Anbieter und Wissenschaft

    Daten fürs Anweisungstraining waren fast nur englisch. Im Projekt Aya schrieben Muttersprachler:innen natürliche Anfragen und Antworten; so entstanden ein von Menschen kuratierter Datensatz in 65 Sprachen und eine größere Sammlung mit 513 Mio. Beispielen in 114 Sprachen, mit Beitragenden aus 119 Ländern. Die Autor:innen sehen darin eine Fallstudie für partizipative Forschung.

    Aya Dataset: An Open-Access Collection for Multilingual Instruction Tuning · Februar 2024

  • Ilia Shumailov und Mitautoren

    Erstautor der Forschung zum Modellkollaps, Großbritannien · Wissenschaft

    Wenn Modelle aus Webinhalten lernen, die zunehmend andere Modelle geschrieben haben, verschwinden zuerst die seltenen, unwahrscheinlichen Teile der Originaldaten, und der Schaden lässt sich nicht rückgängig machen. Der Effekt zeigt sich in einfachen Modellen wie in Sprachmodellen und gilt für generative Modelle allgemein. Je mehr synthetische Inhalte sich verbreiten, desto wertvoller werden echte menschliche Daten.

    The Curse of Recursion: Training on Generated Data Makes Models Forget · Mai 2023

  • Adrienne Williams, Milagros Miceli und Timnit Gebru

    Autor:innen aus dem Umfeld des DAIR Institute zur Datenarbeit · kritische Forschung

    Das Gerede über empfindungsfähige KI lenkt von den Millionen unterbezahlten, stark überwachten Arbeitskräften ab, die heutige Systeme am Laufen halten. Die Autor:innen nennen Datenarbeitende mit nur 1,46 $ Stundenlohn nach Steuern und Moderator:innen in Kenia, die Berichten zufolge 50 Sekunden pro Entscheidung über Gewaltvideos hatten. Sie wollen grenzüberschreitende Organisierung der Arbeitenden ins Zentrum ethischer KI stellen.

    The Exploited Labor Behind Artificial Intelligence (Noema) · 13.10.2022

  • Mophat Okinyi

    Ehemaliger Content-Moderator und Datenbeschrifter, Gründer und CEO von Techworker Community Africa, Kenia · Interessenvertretung und Communities

    Im Dezember 2023 fror die Zahlungsplattform AirTM die Verdienste der Remotasks-Arbeitskräfte ein, am 09.03.2024 schloss Remotasks ihre Konten endgültig, betroffen waren Tausende in afrikanischen Ländern. Die Arbeitenden fordern die eingefrorenen Gelder zurück, Regeln für Plattformarbeit, psychologische Unterstützung für alle, die verstörende Inhalte sichten, gleiche Bezahlung unabhängig vom Wohnort und fairere automatische Qualitätsbewertungen.

    Impact of Remotasks' Closure on Kenyan Workers (Data Workers' Inquiry) · 2024

  • Keoni Mahelona und Mitautoren, Te Hiku Media

    Gemeinnützige Medienorganisation der Māori, die auch Sprachdienste für te reo Māori anbietet, Aotearoa Neuseeland · Interessenvertretung und Communities

    Sie argumentieren, dass OpenAIs Whisper, trainiert mit 680.000 Stunden Web-Audio, vermutlich ohne Zustimmung gesammeltes te reo Māori und ʻōlelo Hawaiʻi enthält und damit koloniale Ausbeutung wiederholt. Sie sehen Daten als Taonga, einen Schatz, den man hütet, und sagen, die Gemeinschaften, aus denen sie stammen, sollten über die Nutzung entscheiden. Mit rund 125 Stunden eigener Daten nachtrainiert, erreichte Whisper 38 % Wortfehlerrate, ihr früheres System 53 %.

    OpenAI's Whisper is another case study in Colonisation (Papa Reo) · 24.01.2023

  • Manu Chopra

    CEO von Karya, einem Daten- und Evaluationsunternehmen in Bengaluru, Indien · Anbieter

    Laut TIME garantiert Karya seinen Arbeitskräften mindestens 5 $ pro Stunde, fast das 20-Fache des indischen Mindestlohns, und gibt ihnen alle Erlöse aus dem Weiterverkauf ihrer Daten zurück. Rund 30.000 Arbeitskräfte auf dem Land hatten damals etwa 800.000 $ erhalten, Tantiemen eingeschlossen. Chopra nennt die heutigen Löhne in der Datenarbeit ein Marktversagen.

    TIME feature on Karya · 2023

Begriffe zu dieser Schicht

Quellen

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  2. The Llama 3 Herd of Models, Meta (vendor), 31.07.2024
  3. The FineWeb Datasets, Penedo et al., Hugging Face, 25.06.2024
  4. DataComp-LM: In search of the next generation of training sets, Li et al., 17.06.2024
  5. Deduplicating Training Data Makes Language Models Better, Lee et al., 14.07.2021
  6. Training Compute-Optimal Large Language Models (Chinchilla), Hoffmann et al., DeepMind (NeurIPS 2022), 29.03.2022
  7. Textbooks Are All You Need (phi-1), Gunasekar et al., Microsoft (vendor), 20.06.2023
  8. Qwen3 Technical Report, Alibaba (vendor), 14.05.2025
  9. DeepSeek-V3 Technical Report, DeepSeek (vendor), 27.12.2024
  10. Will we run out of data? Limits of LLM scaling based on human-generated data, Villalobos et al., Epoch AI, 04.06.2024
  11. October 2026 crawl archive now available, Common Crawl, 21.10.2026
  12. Language statistics of the crawls, Common Crawl, Oktober 2026
  13. Training language models to follow instructions with human feedback (InstructGPT), Ouyang et al., OpenAI (vendor), 04.03.2022
  14. Direct Preference Optimization, Rafailov et al., Stanford, 29.05.2023
  15. Constitutional AI: Harmlessness from AI Feedback, Bai et al., Anthropic (vendor), 15.12.2022
  16. Tulu 3: Pushing Frontiers in Open Language Model Post-Training, Lambert et al., Allen Institute for AI, 22.11.2024
  17. DeepSeek-R1 (Nature 645, 2025), DeepSeek (vendor), 22.01.2025
  18. AI models collapse when trained on recursively generated data, Shumailov et al., Nature, via Oxford OATML, Juli 2024
  19. Is Model Collapse Inevitable?, Gerstgrasser, Schaeffer, Koyejo et al., 01.04.2024
  20. Demystifying Synthetic Data in LLM Pre-training, Kang et al., 03.10.2025
  21. Documenting Large Webtext Corpora: A Case Study on C4, Dodge et al., 18.04.2021
  22. A Careful Examination of LLM Performance on Grade School Arithmetic (GSM1k), Zhang et al. (NeurIPS 2024), Mai 2024
  23. Bridging the Data Provenance Gap Across Text, Speech and Video, Longpre et al., 19.12.2024
  24. Consent in Crisis: The Rapid Decline of the AI Data Commons, Longpre et al., 20.07.2024
  25. Extracting Training Data from Large Language Models, Carlini et al., 14.12.2020
  26. Scalable Extraction of Training Data from (Production) Language Models, Nasr, Carlini et al., 28.11.2023
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  68. AI Office publishes final Code of Practice for general-purpose AI models, Covington, Global Policy Watch, Juli 2025
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  77. General Understanding on AI and Copyright in Japan, APAA, Oktober 2024
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  80. DPIIT's attempt at bridging AI training and copyright, Takshashila Institution, 11.12.2025
  81. Brazil AI bill PL 2338/2023: status, casrai.org (unverified site; check camara.leg.br), 25.09.2026
  82. Brazilian Senate approves AI bill with copyright provisions, CISAC (creators' confederation), 12.12.2024
  83. Constitutional Court ruling on the Copyright Amendment Bill, GoLegal, 21.07.2026

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